Italienische Schule, spätes 16. – frühes 17. Jahrhundert
Öl auf Leinwand – 62 × 50 cm (24,4’’ × 19,6’’)
Provenienz: Abtei Bonne Fontaine, Ardennen
Unter einem goldenen italienischen Himmel öffnet sich das Licht zu einer himmlischen Vision:
Die Madonna mit Kind erscheint in den Wolken und segnet die in stiller Andacht versammelten Heiligen.
Im Vordergrund kniet der heilige Georg im Gebet, während der heilige Franz von Assisi, gezeichnet von den Stigmata, die Szene andächtig betrachtet.
Ein kniender Prälat und ein anbetender Engel vervollständigen diese spirituelle Symphonie, in der jeder Blick, jede Geste, jede Hand den Glauben ausdrückt.
Dieses Gemälde aus einer norditalienischen Werkstatt – wahrscheinlich Lombardei oder Emilia-Romagna – steht im Zeichen des späten Manierismus, zwischen der Harmonie der Renaissance und der aufkeimenden barocken Inbrunst.
Manierismus: Schönheit als Gebet
Der im 16. Jahrhundert entstandene Manierismus bricht mit der klassischen Strenge, um Emotion und deformierte Anmut zu suchen.
Die Proportionen dehnen sich, die Hände werden größer, die Gesichter länger: nicht um die Natur zu verraten, sondern um den Geist zu verherrlichen.
In diesem Gemälde werden die überdimensionierten Hände des heiligen Georg zu heiligen Instrumenten.
Sie sind nicht nur Gesten, sondern mystische Sprache: Sie empfangen das göttliche Licht, sie übersetzen die Inbrunst.
Das ist die ganze Kraft des italienischen Manierismus: Die Malerei ahmt die Welt nicht mehr nach, sie transzendiert sie.
Ikonographische Beschreibung
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Die Jungfrau Maria, in himmelblau und scharlachrot gekleidet, thront auf den Wolken in goldenem Licht. Ihr sanftes Gesicht verkörpert Mitgefühl und göttlichen Frieden.
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Das Jesuskind, nackt und leuchtend, segnet die knienden Figuren mit einer friedlichen Geste.
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Der heilige Georg, in glänzender Rüstung, verneigt sich demütig. Seine weiße Standarte mit rotem Kreuz verkündet den Sieg des Glaubens über das Böse.
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Der heilige Franz von Assisi, erkennbar an seinen Stigmata und seiner braunen Kutte, betet in tiefer Kontemplation.
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Ein Prälat in roter Soutane, vielleicht der heilige Karl Borromäus, verkörpert die Inbrunst der Gegenreformation.
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Ein Engel mit durchscheinenden Flügeln kniet im Vordergrund, den Blick zum Himmel gerichtet, in einer Geste reiner Anbetung.
Technik und Stil
Öl auf mit magerem Gesso grundierter Leinwand, unter Verwendung natürlicher Pigmente:
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Zinnoberrot, Krapp, Ocker, Bleiweiß und Weinrebschwarz,
typisch für italienische Werkstätten zwischen 1580 und 1620.
Das Licht, sanft und golden, gleitet über Hauttöne und Draperien wie ein Schleier des Glaubens.
Der alte, leicht oxidierte Firnis verleiht der Oberfläche eine bernsteinfarbene und lebendige Patina, ein Zeichen von Authentizität und Adel.
Provenienz
Dieses Gemälde stammt aus der Abtei Bonne Fontaine in den Ardennen, einem ehemaligen Ort des Gebets und der Besinnung.
Ihre Ikonographie, ihre spirituelle Kraft und ihre vertikale Komposition lassen auf eine andächtige Funktion schließen, wahrscheinlich in einer Kapelle oder einem privaten Oratorium.
Direkter Erwerb durch Le Repaire des Antiquités.
Erhaltungszustand
Guter Gesamtzustand für ein Werk dieser Zeit.
Feine Risse und originaler oxidierter Firnis, ohne die Lesbarkeit des Bildes zu beeinträchtigen.
Stabile, unkaschierte Leinwand, harmonische und kohärente Oberfläche.
Abmessungen
Höhe: 62 cm
Breite: 50 cm
(24,4’’ × 19,6’’)
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